Der Bassgeige Steinriese ist das aktuell faszinierendste Kapitel in der Geschichte des Weinguts Franz Keller – und eines der spannendsten deutschen Spätburgunder-GGs überhaupt. Erst seit 2018 wird diese Parzelle auf der obersten Kuppe der Oberbergener Bassgeige separat ausgebaut; ab dem Jahrgang 2020 trägt sie die offizielle Klassifikation VDP.Große Lage®. Was Friedrich Keller hier in wenigen Jahren aufgebaut hat, ist bemerkenswert: Der 2022er Steinriese GG erhielt von wein.plus 96 Punkte (groß) und Parker beschreibt ihn als „dense, substantial but balanced Pinot with plenty of substance and power, very complex and salty“. Das Alleinstellungsmerkmal des Steinriese ist geologisch begründet: Ein im Kaiserstuhl einzigartig hoher Eisengehalt verbunden mit Kalksteinablagerungen verleiht dem Wein eine enorme Spannung und Salzigkeit, die ihn von allen anderen Großen Gewächsen des Weinguts deutlich abgrenzt. Wer Bassgeige Steinriese Wein kauft, bekommt eines der rarsten und momentan meistdiskutierten deutschen Spätburgunder-GGs – begrenzte Produktion, rasch ausverkauft.
Geografische Lage und Exposition
Der Bassgeige Steinriese liegt in der Gemeinde Oberbergen, die zum Ortsteil von Vogtsburg im Kaiserstuhl im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (Baden-Württemberg) gehört. Der Kaiserstuhl, ein erloschenes Vulkanmassiv, liegt im Südwesten Deutschlands in der Oberrheinischen Tiefebene. Oberbergen befindet sich im zentralen Kaiserstuhl in der Öffnung der Burgundischen Pforte.
Die Steinriese-Parzelle liegt auf der obersten Kuppe der Bassgeige – dem höchsten Bereich innerhalb der gesamten Einzellage. Die Exposition ist nach Westen gerichtet. Damit unterscheidet sie sich von den südlich und südwestlich ausgerichteten Parzellen der Gesamtlage und erhält eine spätere, nachmittagsbetonte Sonneneinstrahlung. Die Lage befindet sich innerhalb der Höhenspanne der Bassgeige von 260 bis 380 Metern über NN; die Steinriese liegt im oberen Bereich dieser Höhenerstreckung.
Ein prägender geografischer Faktor ist die Lage direkt in der Öffnung der Burgundischen Pforte – dem Luftkorridor zwischen Vogesen und Schwarzwald, durch den atlantische Luftmassen von Westen einströmen. Diese Exposition erzeugt eine charakteristisch gut durchwindete, kühle Lage, die dem Wein Frische und Eleganz verleiht und Pilzkrankheiten vorbeugt. Das Weingut Franz Keller bezeichnet den Steinriese explizit als seine kühlste und durch den Wind am stärksten geprägte Spätburgunder-Parzelle.
Geologie und Böden
Die Böden der Steinriese-Parzelle sind das entscheidende Alleinstellungsmerkmal, das diesen Wein von allen anderen Kaiserstühler GGs abgrenzt. Der Untergrund besteht aus sehr kargem Vulkangestein auf der obersten Kuppe der Bassgeige – mit einem im Kaiserstuhl einzigartig hohen Eisengehalt. Dieser besonders hohe Eisen-Anteil im Gestein ist, nach Angabe des Weinguts Franz Keller selbst, im gesamten Kaiserstuhl einmalig und ist der primäre Grund, warum Friedrich Keller entschieden hat, diese Parzelle ab 2018 separat auszubauen.
Ein weiteres wichtiges Merkmal des Steinriese-Terroirs sind Kalksteinablagerungen im Boden, die für die charakteristische Mineralik und Salzigkeit im Abgang verantwortlich sind. Lobenbergs beschreibt das Terroir als „sehr helles, kalkhaltiges Vulkanfelsterroir“ – eine Kombination, die den Steinriese deutlich von den übrigen Franz-Keller-GGs unterscheidet: Der Kähner (Grauburgunder GG) hat kargen Lössvulkanitboden, der Eichberg sehr dunkles Vulkangestein, der Schlossberg (Achkarren) wiederum ein anderes Vulkangesteins-Profil. Der Steinriese hat als einzige Lage dieses helle, kalk-eisenreiche Vulkanfelsterroir.
Kleinklima und Terroir
Das Kleinklima des Steinriese ist durch die Kombination aus exponierter Kuppenlage und Westausrichtung in der Burgundischen-Pforte-Schneise geprägt. Die kühlen Winde aus Westen halten die Temperaturen in der Parzelle niedriger als in den besser geschützten Tallagen der Bassgeige. Dies führt zu einer längeren Vegetationsperiode, einer gleichmäßigeren Reife und einer ausgeprägteren Frische im Wein.
Das Terroir des Steinriese erzeugt Spätburgunder von einzigartiger Komplexität und Spannung: Der einzigartig hohe Eisengehalt verleiht dem Wein eine „enorme Spannung und saftige, leicht rauchige Frucht“; die Kalksteinablagerungen sorgen für Mineralik, Salzigkeit und Länge; die kühle Westlage bringt Frische und Eleganz. Lobenbergs beschreibt den Charakter prägnant: „Eisenwürzig, die Frucht ist total hell auf roter Kirsche mit Veilchenauflage, Himbeere – der Steinriese hat am Gaumen nochmal eine ganz andere, ergreifendere Textur.“ Parker spricht von einem Wein, der „very complex and salty on the uplifting and stimulating finish“ ist.
Rebsorten und Stil
Die Bassgeige Steinriese ist als VDP.Große Lage® für Spätburgunder (Pinot Noir) klassifiziert. Das Genmaterial beruft sich ausschließlich auf burgundische Klone. Die Reben wachsen auf der kargen, exponierten Kuppe und bringen durch den nährstoffarmen Boden konzentrierte, kleinbeerige Trauben hervor.
Das Stilprofil des Steinriese ist kraftvoll-elegant, kühl und komplex mit einer charakteristisch eisenwürzigen Note: In jungen Jahren oft verschlossen und zurückhaltend in der Nase; dunkel-würzige Aromen (Schattenmorelle, Brombeere, Himbeere, Sauerkirsche, Veilchenauflage), kühler Rauch; am Gaumen mit betörender Saftigkeit, engmaschigem Tannin, elektrisierender Spannung und salzigem, langem Abgang. wein.plus beschreibt den 2022er: „Sehr fester, dichter, komplexer und tiefer, leicht röstiger und zart floraler Duft nach reifen schwarzen Beeren.“ Ausbau: 18 Monate Barrique (2021: 40–50 % Neuholz; 2022: 45 % Neuholz).
Offizielle Klassifikation und Qualitätsniveau
Die Bassgeige Steinriese ist seit dem Jahrgang 2020 als VDP.Große Lage® klassifiziert. Trockene Rotweine tragen das Prädikat VDP.Großes Gewächs (GG). Einziger VDP-Erzeuger ist das Weingut Franz Keller; das Weingut ist der einzige Betrieb, der Weine aus dieser Parzelle als GG parzellenscharf füllt.
Die Kritikerbewertungen des Steinriese GG sind außergewöhnlich: wein.plus 96 WP (groß) für den 2022er; Parker lobt denselben Jahrgang als „dense, substantial but balanced Pinot with plenty of substance and power, very complex and salty.“ Lobenbergs stuft den Steinriese als „zur ersten Reihe in Deutschland gehörend“ ein und nennt ihn einen „Riesenerfolg“ des Weinguts – aufgrund der geringen Produktion gilt er als rares Sammlerstück. Im weingutinternen Vergleich (Weinfurore 2022-Kollektion) erhielt der Steinriese die höchste Bewertung aller Franz-Keller-GGs.
Bekannte Erzeuger
| Weingut | VDP-Status / Klassifikation | Hauptrebsorten in der Lage | Stil-Besonderheit | Typisches Preisniveau |
|---|---|---|---|---|
| Weingut Franz Keller (Vogtsburg-Oberbergen / Kaiserstuhl) | VDP-Mitglied seit 2014; Bassgeige Steinriese als VDP.Große Lage® ausgewiesen (GG seit Jahrgang 2020); einziger VDP-Erzeuger der Parzelle; insgesamt sechs GG-Lagen; Fritz und Friedrich Keller (3. Generation federführend für Stilistik seit 2014); Michelin-Stern Restaurant Schwarzer Adler in Oberbergen; in Bio-Umstellung; ausschließlich Burgunder-Rebsorten; konsequenter Fokus auf terroir-genaue Lagen | Spätburgunder (GG); ausschließlich burgundische Klone; karge, eisenreiche Vulkanit-Kalk-Böden auf der Kuppe; 18 Monate Barrique (45 % Neuholz, 2022er); vollständig durchgegoren; sehr begrenzte Produktion; 100 % Handlese | Einzigartig hoher Eisengehalt im Kaiserstuhl; eisenwürzig, kühle rote Frucht (Kirsche, Veilchen, Himbeere); enorme Spannung und Salzigkeit; betörende Saftigkeit am Gaumen; engmaschiges Tannin; langer Abgang; wein.plus 96 WP (2022er, groß); Parker: „very complex and salty“; strukturiertester und ergreifendster Keller-GG | Steinriese GG 2022: 125 € (wein.plus-Referenz); sehr limitiert; rasch ausverkauft; aktuellen Preis über hawesko.de* erfragen |
Preis-Leistungs-Verhältnis im Überblick
Der Bassgeige Steinriese GG (125 € für den 2022er) ist im Kontext seiner Bewertungen und seiner Kategorie ein attraktives Angebot: 96 wein.plus-Punkte und Parker-Top-Noten für einen deutschen Spätburgunder, der qualitativ mit Grand-Cru-Niveau aus dem Burgund konkurriert, aber zu einem Preis angeboten wird, der weit unter vergleichbaren Burgunder-GCs liegt. Wer das Terroir der Bassgeige günstiger erkunden möchte, findet im Franz Keller Bassgeige Spätburgunder VDP.Erste Lage (ca. 20–25 € im Fachhandel) einen direkten stilistischen Vorgeschmack, oder im Spätburgunder „vom Löss“ Gutswein (ca. 18–22 €) den fruchtoffenen Einstieg in den Keller-Stil.
Konkrete Weinempfehlungen aus dem Bassgeige Steinriese Oberbergen
| Weinname | Weingut | Rebsorte / Qualitätsstufe | Kurzes Geschmacksprofil | Preisniveau (ca.) | Bezugsquellen |
|---|---|---|---|---|---|
| ⭐ Steinriese Spätburgunder VDP.Großes Gewächs trocken (2022) | Weingut Franz Keller | Spätburgunder / VDP.Großes Gewächs®; burgundische Klone; Kalk-Eisen-Vulkangestein; 18 Monate Barrique (45 % Neuholz); vollständig durchgegoren; stark limitiert | Sehr fester, dichter, komplexer Duft; leicht röstig und zart floral; reife schwarze und rote Beeren (Schattenmorelle, Kirsche mit Veilchenauflage, Himbeere); eisenwürzig; am Gaumen seidig, dicht und druckvoll; betörende Saftigkeit; engmaschiges Tannin; sehr langer, salziger Abgang mit kraftvoller Substanz und Eleganz. wein.plus 96 WP (groß), Parker: sehr komplex und salzig. Bester Steinriese-Jahrgang bisher. | 125 € (wein.plus-Referenz) | hawesko.de* · franz-keller.de |
| ⭐ Bassgeige Spätburgunder VDP.Erste Lage trocken (2022) (Günstiger Einstieg in den Bassgeige-Spätburgunder-Stil) | Weingut Franz Keller | Spätburgunder / VDP.Erste Lage; Lössvulkanitböden; Barriques in 3. und 4. Belegung (geringer Neuholzanteil) | Elegant und leichtfüßig; fruchtbetont; Kirschen, rote Beeren, feine Würze; vielschichtig und mineralisch; deutlich zugänglicher als der Steinriese; bester stilistischer Vorgeschmack auf das Bassgeige-Spätburgunder-Terroir zu moderatem Preis. | ca. 20–25 € | weinfreunde.de* · hawesko.de* · franz-keller.de |
| Spätburgunder „vom Löss“ VDP.Gutswein trocken (2022) | Weingut Franz Keller | Spätburgunder / VDP.Gutswein; Lössböden; 1 Jahr Barrique; mit Kaltmazeration | Fruchtoffen, zugänglich, beschwingend; zart und filigran auf süßer roter Kirsche; feinfruchtig mit Präzision des Jahrgangs; wunderbar als Einstieg in den Keller-Stil; Parker: „medium to full-bodied, very elegant and balanced Pinot“. | ca. 18–22 € | hawesko.de* · franz-keller.de |
Bassgeige Steinriese Oberbergen kaufen – Wo und wie?
Wer Bassgeige Steinriese kaufen möchte, muss schnell sein: Der Steinriese GG ist stark limitiert und in der Regel kurz nach der VDP-GG-Freigabe (September/Oktober) ausverkauft. Das Weingut Franz Keller vertreibt seine Weine direkt über franz-keller.de, wo Vorbestellungen und Subskriptionen empfohlen werden. Zuverlässiger Händler: hawesko.de*; der Fachhändler lebendigeweine.de* führt ebenfalls regelmäßig Steinriese-Jahrgänge.
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Aktuelle Bassgeige Steinriese Bewertungen: 2022er – wein.plus 96 WP (groß); Parker: top-bewertet. 2021er Steinriese GG: 92 WP (wein.plus Weinbewertungen PDF Franz Keller). Regelmäßige Bewertungen bei wein.plus, Parker, Falstaff, Lobenbergs und Weinfurore.
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