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Oberer First, Reicholzheim – Wein, Terroir, Erzeuger und Empfehlungen

Oberer First Reicholzheim

Der Oberer First in Reicholzheim (Wertheim am Main) ist das Kernstück der VDP.GROSSEN LAGE® Reicholzheimer First – und das Herzstück des einzigen Weinguts, das diese Region auf die Weinwelt-Landkarte gesetzt hat. Als VDP.GROSSE LAGE® des Weinguts Schlör – geführt von Konrad und Monika Schlör – erzeugt er Weißburgunder, Spätburgunder und Schwarzriesling auf tiefgründigem Muschelkalkboden, der die mineralische Stilistik der Weine prägt. Falstaff attestiert dem Oberer First Weißburgunder GG 2023 95 Punkte – die höchste Wertung, die dieser Wein je erhalten hat. Konrad Schlör gilt laut Falstaff als Meister seines Fachs, der aus dem althergebrachten Schwarzriesling Weine von burgunderhafter Komplexität und Tiefe keltert. Tauberfranken und der Reicholzheimer First sind durch seine Arbeit von einem Schattendasein zu nationaler Bedeutung aufgestiegen.

Geografische Lage

Der Oberer First liegt in Reicholzheim, einem Ortsteil von Wertheim am Main (Baden-Württemberg), im nördlichsten Teil des Anbaugebiets Baden – dem Bereich Tauberfranken. Diese Region bildet das historische und landschaftliche Bindeglied zwischen Baden, Franken und Württemberg, dort wo die Tauber in den Main mündet. Laut wine-searcher.com liegt der Oberer First auf einem sanften, südexponierten Hang, der bis auf 330 Meter über NN ansteigt. Der gesamte Reicholzheimer First umfasst rund 19 Hektar; der Oberer First als Gipfelparzelle davon rund 7 Hektar.

Ein wichtiger Klimavorteil: Die Reben auf der Kuppe sind laut wine-searcher.com durch einen Waldstreifen vor kalten Ostwinden geschützt. Die Lage liegt zudem laut vdp.de im Regenschatten des Odenwaldes, weshalb es in Sommern besonders trocken werden kann – was die Konzentration der Trauben fördert, aber auch höchste Sorgfalt bei der Bewirtschaftung erfordert.

Geologie und Böden

Der Oberer First liegt auf Muschelkalk – einem in Tauberfranken charakteristischen Gestein, das reich an Kalkstein und marinen Fossilien ist (Quelle: Weinguts-Website, wine-searcher.com). Laut wine-searcher.com sind diese Böden besonders gut in der Lage, Wärme der Sonne einzufangen und auf die Trauben zu reflektieren, was die Farbintensität roter Rebsorten verstärkt. Der Muschelkalkboden ist die Grundlage für die ausgeprägte Mineralität, die Falstaff wiederholt als „Graphitmineralität“ (2020er Oberer First, 94+) und „ausgeprägte taktile Mineralität“ (2023er Weißburgunder GG, 95 Punkte) beschreibt.

Das Weingut betont: Niedrigste Erträge, klassische Maischegärung, malolaktische Fermentation und Barriqueausbau von bis zu 18 Monaten sind die Kernprinzipien für Rotweine aus dieser Lage (Quelle: weingut-schloer.de).

Kleinklima und Terroir

Die Südexposition und der Waldschutz im Norden schaffen ein warmes, windgeschütztes Mikroklima. Die Höhenlage von bis zu 330 Metern sorgt für ausreichende Kühle in den Nächten, was die Säurestruktur erhält und das Lagerpotenzial der Weine sichert. Die Nähe zum Odenwald und der damit verbundene Regenschatten begünstigt besonders konzentrierte Jahrgänge in trockenen Sommern.

Falstaff beschreibt den Oberer First wiederholt als Lage, die mineral-getriebene, elegante Weine mit außergewöhnlichem Lagerpotenzial hervorbringt. Das VDP-Profil betont: Das Terroir von Tauberfranken und des Reicholzheimer First gewinnt durch Schlörs Arbeit ein neues Weinprofil. Laut Falstaff: „Keiner beherrscht es so gut wie Konrad Schlör, aus dem althergebrachten Schwarzriesling einen Rotwein von burgunderhafter Komplexität und Tiefe zu keltern.“

Rebsorten

Aus der VDP.GROSSEN LAGE® Oberer First, Reicholzheim, erzeugt das Weingut Schlör nach belegbaren Quellen folgende Weine:

  • Weißburgunder GG: Der Flaggschiff-Weißwein der Lage. Falstaff 95 Pkt. (2023er, bewertet 2025); 94+ Pkt. (2024er); 92 Pkt. (2021er). Preis (wein.plus 2024er): 31 €. Falstaff 2023er: „Sehr fein herausgearbeiteter, nuancenreich beeriger Sortentyp; Spur von Holz und Kalk; viel Spannung ohne die feingliedrige Anlage zu verlieren; zarte Phenole und ausgeprägte taktile Mineralität; langes Plateau.“
  • Spätburgunder GG: Der große Rotwein der Lage. Falstaff 94+ Pkt. (2020er, 2023er); 93+ Pkt. (2021er, 2022er, 2019er); 93 Pkt. (2018er). Preis (wein.plus 2023er): 42 €. Vinifikation: Maischegärung, malolaktische Fermentation, bis zu 18 Monate Barriqueausbau.
  • Schwarzriesling „Fyerst 1476″ (VDP.GROSSE LAGE®, kein GG): Der Schwarzriesling gehört zur Pinot-Familie und wird in Deutschland als Rebsortenbezeichnung verwendet, entspricht aber dem Pinot Meunier. Das VDP-Statut lässt für Schwarzriesling keine GG-Bezeichnung zu; dieser Wein wird daher als Lagenwein der VDP.GROSSEN LAGE® ohne die Bezeichnung „Grosses Gewächs“ vermarktet. Falstaff 96 Punkte (2022er, Preissegment 50–100 €) – die höchste Einzelbewertung des Weinguts. Benannt nach der urkundlichen Ersterwähnung der First-Lage im Jahr 1476. Laut victoria-weine.com gilt der Schlör-Schwarzriesling als „Spitze in Deutschland“ für diese Rebsorte.

Offizielle Klassifikation

Der Oberer First, Reicholzheim, ist klassifiziert als VDP.GROSSE LAGE® – die höchste Stufe des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter. Er ist auf vdp.de unter dem Weingutprofil von Schlör gelistet. Trockene Weine aus dieser Lage werden – soweit VDP-statutorenkonform – unter der Bezeichnung Grosses Gewächs (GG) vermarktet (Weißburgunder und Spätburgunder). Das Weingut Schlör ist seit 2010 VDP-Mitglied. Das Weingut trägt laut Henris (ehem. Gault Millau) 5 von 5 Trauben und laut Eichelmann 5 von 5 Sternen.

Bekannte Erzeuger

Das Weingut Schlör ist der einzige dokumentierte VDP-Betrieb, der aus der VDP.GROSSEN LAGE® Oberer First Weine erzeugt und vermarktet. Konrad Schlör startete Mitte der 1980er-Jahre mit rund drei Hektar Rebfläche.

WeingutVDP-Status / KlassifikationHauptrebsorten in der LageStil-BesonderheitTypisches Preisniveau
Weingut Schlör (Konrad und Monika Schlör), Wertheim-ReicholzheimVDP-Mitglied seit 2010; Oberer First als VDP.Große Lage®; Henris 5 Trauben; Eichelmann 5 SterneWeißburgunder (GG); Spätburgunder (GG); Schwarzriesling (VDP.Große Lage®, kein GG)Niedrigste Erträge; klassische Maischegärung; malolaktische Fermentation; bis 18 Monate Barrique; Muschelkalk-Mineralität; Schwarzriesling als nationaler Spitzenrotwein; Falstaff 96 Pkt. für „Fyerst 1476″Weißburgunder GG ca. 31 € (2024er); Spätburgunder GG ca. 42 € (2023er); „Fyerst 1476″ 50–100 € (Falstaff-Segment); Bezug direkt beim Erzeuger: weingut-schloer.de

Profil Weingut Schlör

Das Weingut Schlör (Martin-Schlör-Straße 22, 97877 Wertheim-Reicholzheim) wurde von Konrad und Monika Schlör aufgebaut. Mit dem Beginn der Besenwirtschaft 1984 wurde das Weingut zum Selbstvermarkter. Seit den 1990er Jahren zog Konrad Schlör konsequent an der Qualitätsschraube; der 2. Platz beim „Vinum Rotweinpreis 1999″ war ein früher Hinweis auf das außergewöhnliche Potenzial. Falstaff: „Zweifellos ist Konrad Schlör ein Meister seines Fachs. Seit er Mitte der 1980er-Jahre mit gerade einmal drei Hektar Rebfläche als Winzer startete, hat er sich kontinuierlich an die Spitze seiner Zunft gearbeitet. Die Rebfläche ist heute kaum größer, aber die Finesse, mit der der Ausnahmewinzer zu Werke geht, umso mehr.“ Die Jahresproduktion ist mit ca. 25.000 Flaschen (Quelle: riesling.de) sehr klein, was die Verfügbarkeit mancher Weine begrenzt. Aktuelle Sortiments-Verfügbarkeit bitte direkt beim Weingut anfragen.

Weinempfehlungen aus dem Oberer First

WeinnameWeingutRebsorte / QualitätsstufeKurzes GeschmacksprofilPreisniveau (ca.)Bezugsquellen
Oberer First Weißburgunder VDP.Großes Gewächs (2023 / 2024)Weingut SchlörWeißburgunder / VDP.Großes Gewächs® (trocken)Falstaff 95 Pkt. (2023er): Sehr fein herausgearbeiteter Sortentyp; Spur Holz und Kalk; viel Spannung ohne feingliedrige Anlage zu verlieren; zarte Phenole; ausgeprägte taktile Mineralität; langes Plateau. Falstaff 94+ (2024er), 92 (2021er).ca. 31 € – sehr gutes PLV für einen GG mit Falstaff 95 Punktenweingut-schloer.de (direkte Anfrage)
Oberer First Spätburgunder VDP.Großes Gewächs (2023)Weingut SchlörSpätburgunder / VDP.Großes Gewächs® (trocken)Falstaff 94+ Pkt. (2023er, 2020er); 93+ Pkt. (2021er, 2022er, 2019er). 2020er (94+): Feine, balsamische Würze; wilde Himbeere, Schwarzkirsche, Pflaumenkompott, reiche Graphitmineralität; geschmeidig und kraftvoll; elegante Finesse; feinstes Tannin. 18 Monate Barrique.ca. 42 €weingut-schloer.de (direkte Anfrage)
„Fyerst 1476″ Schwarzriesling trocken VDP.Große Lage® (kein GG)Weingut SchlörSchwarzriesling / VDP.Große Lage® (trocken; nach VDP-Statut nicht als GG vermarktbar)Falstaff 96 Pkt. (2022er) – die höchste Einzelbewertung des Weinguts. Burgunderhafte Komplexität und Tiefe aus einer in Deutschland einzigartigen Rebsortenposition. Benannt nach der urkundlichen Ersterwähnung der First-Lage im Jahr 1476. Limitiert.ca. 50–100 € (Falstaff-Preissegment)weingut-schloer.de (direkte Anfrage)

Hinweis zum Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Weißburgunder GG (ca. 31 €) und der Spätburgunder GG (ca. 42 €) aus dem Oberer First bieten für VDP-GG-Maßstäbe eine sehr attraktive Positionierung – insbesondere in Anbetracht der Falstaff-Bewertungen von 94–95 Punkten für den Weißburgunder (Jahrgang 2023) und 93–94+ für den Spätburgunder. Tauberfranken ist innerhalb Badens noch immer eine wenig bekannte Weinregion, was die Preise drückt, nicht die Qualität. Die kleine Betriebsgröße macht die Verfügbarkeit der Weine begrenzt; direkte Bestellung beim Weingut ist empfohlen.

Wo kaufen?

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