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Schlossberg, Castell – Wein, Terroir, Erzeuger und Empfehlungen

Schlossberg Castell

Der Schlossberg in Castell (Steigerwald, Franken) ist eine der historisch bedeutsamsten Weinlagen Deutschlands: Urkundlich seit dem Jahr 1266 mit Reben bepflanzt, bezeichnet die Lage die Weinberge um den alten Burgberg oberhalb Castells – hier standen einst die beiden Stammburgen der Grafen zu Castell (Quelle: vinum-maximum.de). Die Geschichte des Hauses Castell lässt sich bis ins Jahr 1057 zurückverfolgen; mit fast 800 Jahren Weinbautradition gehört das Domänenamt zu den ältesten deutschen Weingütern (Wein-Oertel). Und von hier stammt eine der bedeutendsten Weichenstellungen der deutschen Weingeschichte: Am 6. April 1659 wurden hier die ersten Silvanerreben Deutschlands gepflanzt (Quelle: vall. belegt durch Weingut selbst). Als VDP.GROSSE LAGE® und Monopollage des Fürstlich Castell’schen Domänenamts – in der 26. Generation bewirtschaftet – ist der Schlossberg primär dem Silvaner GG gewidmet: Falstaff 92–94 Pkt. (2016er), 95+ Pkt. (2019er), Parker 95+ Pkt. (2019er). Eine besondere Entscheidung des Hauses: Seit Jahrgang 2018 wird der Schlossberg Silvaner GG erst nach fünf Jahren auf den Markt gebracht (Falstaff 2023).

Geografische Lage

Der Schlossberg liegt in Castell, einer Gemeinde im Landkreis Kitzingen (Bayern), im Bereich Steigerwald des Anbaugebiets Franken. Im VDP-Lagenregister (vdp.de) ist die Lage als SCHLOSSBERG, Castell | VDP.GROSSE LAGE® eingetragen – als Monopollage des Fürstlich Castell’schen Domänenamts (vdp.de: „Alle Rebflächen, die als VDP.ERSTE LAGE® und VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert wurden, sind Monopollagen des Domänenamts“).

Die Lage ist laut vinum-maximum.de südwestlich ausgerichtet, mit einer Hangneigung bis zu 55 Prozent. Sie ist der höchste Punkt der Weinberge im Ort Castell, mit dem schützenden Wald auf der Kuppe (weinheuer-shop.de). Die GG-Parzellen befinden sich am Westhang des Schlossbergs; langanhaltende Abendsonne und günstige Westwinde sorgen für aromenkonzentrierte, balancierte und langlebige Silvaner (vinum-maximum.de/Weingut). Ab Jahrgang 2023 wird die Grosse Lage auf ihr bestes, nach Westen blickendes Teilstück begrenzt; der bisherige mit Riesling bestockte Südhang wird der Ersten Lage Reitsteig zugeschlagen (Falstaff 2023).

Geologie und Böden

Die Reben des Schlossberg wurzeln auf schiefergrusigem Gipskeuper mit hohem Alabasteranteil (Quelle: vinum-maximum.de). Es handelt sich um einen Rohboden mit sehr dünner Humusauflage, der die Reben zwingt, ihre Wurzeln bis ins Urgestein – die Myophorien- und Estherien-Schichten – zu treiben. Dadurch werden die Weine entscheidend geprägt und macht die Mineralität des Bodens im Wein direkt schmeckbar (vinum-maximum.de).

Falstaff (Sautter, 2022er Silvaner Ortswein): „Man hat den Gipskeuper schon in der Nase! Gesteinsmehl, Kräuter.“ Der Gipskeuper des Steigerwalds verleiht den Weinen ihre würzige Mineralität; Kraft und Fülle gewinnen sie im kontinental geprägten Klima mit trocken-warmen Sommer- und Herbstmonaten (castell.de/Shop). Der hohe Alabasteranteil im Gipskeuper des Schlossberg ist ein besonderes Terroir-Merkmal, das den Wein von anderen Gipskeuper-Lagen im Steigerwald unterscheidet.

Kleinklima und Terroir

Die Südwest-Exposition bei bis zu 55 Prozent Hangneigung schafft intensive, langanhaltende Abendsonneneinstrahlung. Der Rohboden mit dünner Humusauflage erzwingt tiefes Verwurzeln und niedrige Erträge. Die Grossen Gewächse lagern 18 Monate im großen Holzfass auf der Feinhefe (wein.plus). Leichter Schalenkontakt und Spontangärung sowie Reife in Casteller Holz – aus dem eigenen Forst des Fürstenhauses gefertigt – unterstützen die Terroirprägung (Wein-Oertel/Weingut). Die feinporige Struktur der Hölzer aus Casteller Eiche unterstützt die langsame Reifung perfekt (castell.de/Shop).

Falstaff (2019er Silvaner GG, 95+ Pkt.): „In der Nase feine Birne mit steinigen Noten, gelber Apfel, Mirabelle, feine Kräuter, nussige Aromen. Am Gaumen auf eine elegante und fein nuancierte Art druckvoll, dichter Extrakt, komplex, der sich feinmaschig auflöst, reife, raffinierte Säure, mineralische Ausprägung, gute Länge.“

Rebsorten

Der Schlossberg ist primär dem Silvaner als Grosses Gewächs gewidmet – der Rebsorte, die am 6. April 1659 hier erstmals in Deutschland gepflanzt wurde. Das Weingut selbst bezeichnet das Domänenamt als „die ersten in Franken, die auf einer Lage (Schlossberg) ein GG erzeugten, bevor es das offiziell gab“ (frank-weinbar.com). Silvaner macht 42% der gesamten Rebfläche des Hauses aus. Riesling war historisch als weiteres GG klassifiziert; ab Jahrgang 2023 wird der bisherige Riesling-Südhang der Ersten Lage Reitsteig zugeschlagen, und der Silvaner GG bleibt der alleinige Fokus des Schlossberg GGs.

  • Silvaner GG: Falstaff 92–94 Pkt. (2016er); 95+ Pkt. (2019er); Parker 95+ Pkt. (2019er, vinum-maximum.de). Vermarktung ab Jahrgang 2018 erst nach fünf Jahren Kellerreife. WirWinzer: 2017er für 37,33 Euro. Lagerfähig auf Jahrzehnte.

Offizielle Klassifikation

Der SCHLOSSBERG, Castell, ist als VDP.GROSSE LAGE® im VDP-Lagenregister auf vdp.de eingetragen – als Monopollage des Fürstlich Castell’schen Domänenamts. Trockene Weine werden als Grosses Gewächs (GG) vermarktet, abgefüllt im typischen fränkischen Bocksbeutel. Das Domänenamt ist langjähriges VDP-Mitglied und versteht sich nach eigener Aussage als VDP-Gründungsmitglied in Franken (frank-weinbar.com).

Bekannte Erzeuger

Das Fürstlich Castell’sche Domänenamt ist als Monopolinhaber der alleinige GG-Erzeuger aus dem Schlossberg. Sieben VDP-klassifizierte Einzellagen, davon fünf als Monopol; rund 450.000 Flaschen jährlich; Schlossberg Silvaner GG als Flaggschiff. Erzeugergemeinschaft Castell bewirtschaftet weitere Flächen in Absprache mit dem Gut, produziert aber kein GG aus dem Schlossberg.

WeingutVDP-Status / KlassifikationHauptrebsorten in der LageStil-BesonderheitTypisches Preisniveau
Fürstlich Castell’sches Domänenamt, Castell (Schlossplatz 5)VDP-Mitglied (nach Eigenaussage Gründungsmitglied VDP Franken); SCHLOSSBERG als VDP.GROSSE LAGE® Monopol; 26. Generation; ~450.000 Fl./Jahr; Ferdinand Fürst zu Castell-Castell; WirWinzer* und hawesko* verifiziertSilvaner GG (Falstaff 95+ Pkt. 2019er; 92–94 Pkt. 2016er; Parker 95+ Pkt. 2019er; ab 2018er erst nach 5 Jahren Vermarktung); ab 2023 alleiniger Fokus auf SilvanerÄlteste Silvaner-Pflanzung Deutschlands (1659); urkundlich seit 1266; Rohboden Gipskeuper/Alabaster bis in Myophorien-Schichten; 55% Hangneigung; Fassholz aus eigenem Forst (Casteller Eiche); 18+ Monate Holzfass; 5-Jahres-Vermarktungszyklus; Bocksbeutel-Abfüllungca. 37 € (WirWinzer 2017er); aktuelle Preise bei WirWinzer* oder castell.de prüfen

Profil Fürstlich Castell’sches Domänenamt

Das Fürstlich Castell’sche Domänenamt (Schlossplatz 5, 97355 Castell) blickt auf fast 800 Jahre Weinbautradition zurück. Die Geschichte des Hauses lässt sich bis 1057 zurückverfolgen; der Weinbau urkundlich seit 1224 (Wein-Oertel). Heute führt Ferdinand Fürst zu Castell-Castell den Betrieb in der 26. Generation. Neben dem Weingut unterhält das Haus Forstwirtschaft, Landwirtschaft und die 1774 gegründete Castell-Bank – die älteste Bank Bayerns. Sieben VDP-klassifizierte Einzellagen, davon fünf Monopollagen; rund 450.000 Flaschen jährlich; historischer Schlosskeller mit Fässern aus der Familiengeschichte. WirWinzer* und hawesko.de* verifiziert.

Weinempfehlungen aus dem Schlossberg, Castell

WeinnameWeingutRebsorte / QualitätsstufeKurzes GeschmacksprofilPreisniveau (ca.)Bezugsquellen
Casteller Schlossberg Silvaner GG (2018er / 2019er auf dem Markt)Fürstlich Castell’sches DomänenamtSilvaner / VDP.Grosses Gewächs (trocken; Bocksbeutel)Falstaff 95+ Pkt. (2019er): Feine Birne, steinige Noten, gelber Apfel, Mirabelle, Kräuter, nussige Aromen; elegant, fein nuanciert, druckvoll, dichter Extrakt, komplex, reife raffinierte Säure, mineralisch, gute Länge. Parker 95+ Pkt. (2019er): klar, herzlich, reife Birne, rund, reich, elegant, gute mineralische Frische. Falstaff 92–94 Pkt. (2016er): reife gelbe Früchte, Quitte, Birne, Holunderblüte, Kräuter; saftig, toller Schmelz, mineralischer Extrakt; lohnende Geduld. WirWinzer (2017er): 37,33 €. 5 Jahre Kellerreife; Gipskeuper/Alabaster; Casteller Eichenfass.ca. 37–45 € (WirWinzer 2017er: 37,33 €; aktuelle Jahrgänge bei WirWinzer oder castell.de prüfen)WirWinzer*; hawesko.de*
Casteller Kugelspiel »Monopol« Silvaner VDP.ERSTE LAGE® (2022er)Fürstlich Castell’sches DomänenamtSilvaner / VDP.ERSTE LAGE® (trocken; Bocksbeutel)Falstaff 92 Pkt. (2022er, Sautter): „Präsentiert sich zart und tiefgründig in der Nase. Apfel, unreife Mango, nasser Stein, Kräuter. Am Gaumen präzise, fein mineralisch und mit etwas Fruchtextrakt.“ Günstigster Einstieg ins GG-Terroir unterhalb Schlossberg-Niveau.Falstaff-Preissegment 20–50 €; aktuelle Preise bei WirWinzer oder castell.de prüfenWirWinzer*; hawesko.de*
Silvaner VDP.ORTSWEIN trocken (2022er)Fürstlich Castell’sches DomänenamtSilvaner / VDP.Ortswein (trocken; Bocksbeutel)Falstaff 91 Pkt. (2022er): Gipskeuper in der Nase – Gesteinsmehl, Kräuter; lebendige Säure, frischer mineralischer Bau. Günstigster Einstieg in die Castell-Stilistik.ca. 10–20 € (bitte bei WirWinzer oder castell.de prüfen) – bestes PLV: Falstaff 91 Pkt. zum EinstiegspreisWirWinzer*; hawesko.de*

Hinweis zum Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Casteller Schlossberg Silvaner GG lag auf WirWinzer beim 2017er bei 37,33 Euro; aktuelle Jahrgänge (2018er, 2019er) sind bei Händlern und Weingut direkt zu prüfen. Für einen Silvaner GG mit 95+ Punkten bei Falstaff und Parker aus dem Ort der ersten Silvaner-Pflanzung Deutschlands (1659), fünf Jahren Kellerreife und Gipskeuper-Alabaster-Terroir ist das Preisniveau bemerkenswert. Günstigster Einstieg: der Ortswein Silvaner für ca. 10–20 Euro (Falstaff 91 Pkt.).

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